Scopis GmbH erhält Startfinanzierung durch den High-Tech Gründerfonds

12. Oktober 2010

Laserbasierte endoskopische 3D-Vermessung soll chirurgische Eingriffe sicherer machen und Kosten optimieren.

Die Scopis GmbH, eine Ausgründung aus der Fraunhofer-Gesellschaft und der Charité-Universitätsmedizin Berlin, schließt erfolgreich eine Start-up-Finanzierungsrunde mit dem High-Tech Gründerfonds ab. 

Am Anfang stand die Idee, die Arbeitsabläufe von Chirurgen zu optimieren: Durch die Innovation der 2010 gegründeten Scopis GmbH lassen sich bei Operationen nun sowohl die klinischen Komplikationen reduzieren als auch die Kosten minimieren. Dahinter steckt das weltweit erste Messsystem, das eine präzise endoskopische Vermessung in der minimal invasiven Chirurgie ermöglicht. Die eigens entwickelten endoskopischen Messaufsätze sind an alle konventionellen Endoskope arretierbar und ermöglichen erstmals eine präzise 3D-Vermessung von anatomischen Strukturen im Körper. Bereits seit der Vorbereitung der Unternehmensgründung wird Scopis von Fraunhofer Venture unterstützt. Nun stellt der High-Tech Gründerfonds dem aufstrebenden Start-up Kapital zur Verfügung.

Erfindung aus dem Operationssaal
Die Idee zur Entwicklung modular messender Endoskope entstand direkt im Operationssaal. Bartosz Kosmecki, einem der Gründer der Scopis GmbH, fiel auf, dass es keine Endoskope zur genauen Vermessung des Operationsgebietes gab. Ein solches Hilfsmittel würde die Arbeit des Chirurgen enorm erleichtern, war sich Kosmecki sicher. Die Entwicklung von der Idee zum Prototypen sowie die Ausgründungsvorbereitungen wurden an dem von der Fraunhofer-Gesellschaft und der Charité-Universitätsmedizin Berlin gemeinsam betriebenen Berliner Zentrum für Mechatronische Medizintechnik unter Leitung von Prof. Dr. Erwin Keeve realisiert.

Im Juli 2010 gründete Bartosz Kosmecki zusammen mit Andreas Reutter und der Fraunhofer-Gesellschaft die Scopis GmbH zur Entwicklung und Vermarktung von Messsystemen für unterschiedliche medizinische Anwendungsgebiete der minimal invasiven Chirurgie. In verschiedenen klinischen Anwendungsbereichen lassen sich durch solche Messsysteme angesichts der verkürzten Operationsdauer Zeit- und Kosteneinsparungen erzielen, klinische Komplikationen reduzieren, Eingriffe vollständig dokumentieren und bessere postoperative Ergebnisse herbeiführen.

Präzise und entscheidend anders
Ein Beispiel aus der Produktreihe ist »ORION ENT«, ein Messsystem für die HNO-Chirurgie, das eine optimierte klinische Navigation in der Nasennebenhöhlenchirurgie ermöglicht. Es besteht aus einem Rechner und einer Software zur Lasernavigation. Dabei sind eine optische Kamera und der eigens entwickelte Aufsatz für konventionelle Endoskope angeschlossen. Die Integration des Messsystems erfolgt durch den Arzt, der den Messaufsatz einfach an das vorhandene Endoskop arretiert. Dieser projiziert einen Laserpunkt auf das Gewebe, mit dem der Arzt anatomische Strukturen punktweise vermessen kann. Zu jedem projizierten Laserpunkt ermittelt ORION ENT die präzisen Raumkoordinaten der markierten Strukturen.

Ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal des Systems von Scopis ist die Kompatibilität der Aufsätze mit jedem konventionellen Endoskop. »Die Messsysteme der Scopis GmbH grenzen sich von schon bestehenden Technologien außerdem dadurch ab, dass die Messung berührungslos direkt am Objekt mit einer Genauigkeit von Zehntelmillimetern erfolgt«, erklären Kay Balster, Investmentmanager des High-Tech Gründerfonds, und Matthias Keckl von Fraunhofer Venture gemeinsam. Zusammen mit der Charité-Universitätsmedizin Berlin ermöglichte die Fraunhofer-Gesellschaft der Scopis die Lizenzierung von Schutzrechten und ist heute am Unternehmen beteiligt. Nun kann mit dem Investment des High-Tech Gründerfonds die Fertigstellung, Zulassung sowie der Markteintritt der ersten Produkte bereits im 2. Quartal 2011 erfolgen.

Aktuell erschließt Scopis verschiedene neue Anwendungsgebiete. Basierend auf der entwickelten Technologie wird das Start-up mit weiteren Produktinnovationen sukzessive alle endoskopisch relevanten Körperregionen des Menschen abdecken. Zudem kommen weitere Bereiche der starren Endoskopie hinzu, wie die Arthroskopie der Gelenke und die Laparoskopie.

Über die Scopis GmbH
Die Scopis GmbH wurde im Juli 2010 mit Unterstützung von Fraunhofer Venture gegründet. Das Geschäftsfeld umfasst die Entwicklung und Vermarktung von 3D-Messsystemen für unterschiedliche medizinische Anwendungsgebiete der minimal invasiven Chirurgie. Weltweit einzigartig ist die Kompatibilität mit allen konventionellen Endoskopen sowie die Fähigkeit des Systems, direkte und berührungslose Messungen von Körperstrukturen mit einer Genauigkeit von Zehntelmillimeter vorzunehmen. Das Unternehmen erhielt im September 2010 eine Finanzierung des High-Tech Gründerfonds.

Kontakt:
Scopis GmbH
Bartosz Kosmecki (CEO)
Andreas Reutter (CTO)
Blücherstr. 22
10961 Berlin
T  +49 30 – 398 20 598
F  +49 30 – 398 20 598
info@scopis.com
www.scopis.com

Von der Idee zur Unternehmensgründung: Über Fraunhofer Venture
Fraunhofer Venture ist Partner von Gründern, Start-ups, Fraunhofer-Instituten, Industrie und Kapitalgebern. Das Team bietet jungen Unternehmen aus dem Fraunhofer-Umfeld durch den Zugang zu Fraunhofer-Technologien, -Infrastruktur und -Know-how mit über 4.500 Patentfamilien die Möglichkeit, sich mit ihren Produkten auf dem Markt schneller und besser zu etablieren. Das Leistungsspektrum von Fraunhofer Venture umfasst die komplette Betreuung und Beratung von der Idee bis zur Unternehmensgründung, auf den Gebieten Technologie, Finanzierung und Beteiligungsmanagement. Das Team sieht sich als Ansprechpartner für alle, die innovative Technologien suchen, unterstützen und vermarkten.

Kontakt:
Fraunhofer Venture
Matthias Keckl
Hansastr. 27c
80686 München
T +49 89 – 12 05 45 02
F +49 89 – 12 05 75 52
www.fraunhoferventure.de
venture-gruppe@fraunhoferventure.de

Über den High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-Unternehmen, die vielversprechende Forschungsergebnisse unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups das F&E-Vorhaben bis zur Bereitstellung eines Prototypen bzw. eines „Proof of Concept“ oder zur Markteinführung führen. Der High-Tech Gründerfonds beteiligt sich an der Seedfinanzierung mit 500.000 Euro und kann in Folgerunden insgesamt bis zu zwei Millionen Euro pro Unternehmen investieren. Investoren des Public-Private-Partnerships sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die sechs Industriekonzerne BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch, Daimler und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 272 Mio. Euro.

Kontakt:
High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Kay Balster
Investmentmanager
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn
T +49 228 – 96 56 85 12
F +49 228 – 96 56 85 50
k.balster@high-tech-gruenderfonds.de
www.high-tech-gruenderfonds.de

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