Presse

High-Tech Gründerfonds investiert in neuartigen Hepatitis-B-Wirkstoff der MYR GmbH

12. Mai 2011

Die MYR GmbH entwickelt mit ihren “Entry-Inhibitor” Myrcludex ein sogenanntes „first-in-class“-Medikament für die Behandlung der chronischen Hepatitis B (HBV) und D (HDV). Die HTGF-Investition in Höhe von 500.000 € ermöglicht den Start der Phase I der klinischen Entwicklung im Sommer 2011.

MYR entwickelt sein Lead-Medikament Myrcludex in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Heidelberg, einem der weltweit führenden Zentren für biomedizinische Forschung. Die präklinischen Tests wurden erfolgreich abgeschlossen. Myrcludex war in bis zu sechs Monate langen Tierversuchen sehr gut verträglich und hat außerdem in den Testsystemen für HBV und HDV hohe Wirksamkeit gezeigt.  Der Wirkstoff verhindert den Eintritt beider Viren in Leberzellen (daher: “Entry Inhibitor”). Das Programm wurde maßgeblich durch einen Grant des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Des Weiteren besteht eine Förderung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Prof. Stephan Urban (Universitätsklinikum Heidelberg), Erfinder von Myrcludex und Koordinator des BMBF-Konsortiums: „Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für translationale Forschung aus der Universität, die in Zusammenarbeit mit der Industrie den Weg in die Klinik gefunden hat.“ Der Antrag für die Zulassung der klinischen Erprobung am Menschen wurde gestellt und befindet sich in der inhaltlichen Prüfung. Mit dem jetzigen Investment des High-Tech Gründerfonds wird die Weiterentwicklung des neuartigen Wirkstoffes und die erstmalige Testung an gesunden Freiwilligen im Rahmen der klinischen Phase I ermöglicht. Die Studie wird am Uniklinikum Heidelberg durchgeführt.

“Wir freuen uns außerordentlich darüber, mit unserem Engagement die weitere Entwicklung eines hochinnovativen Wirkstoffes gegen einen auf globaler Basis extrem bedrohlichen Krankheitserreger voranbringen zu können”, kommentiert Dr. Bernd Goergen, Senior Investment Manager des High-Tech Gründerfonds, die Investitionsentscheidung.

Über die HBV-Infektion
Wegen der in den Industrieländern flächendeckenden, effektiven prophylaktischen Impfung wird die HBV-Infektion hierzulande unterschätzt. Mit weltweit 360.000.000 chronisch Infizierten und 650.000 Toten pro Jahr ist sie jedoch noch immer ein immenses medizinisches und volkswirtschaftliches Problem. HBV ist nach Tabak der zweitwichtigste natürliche Krebsauslöser. 5-10% der chronisch HBV-Infizierten leiden an der Ko-Infektion mit dem Hepatitis D Virus (HDV). Hepatitis D ist die schwerste Form der viralen Leberentzündung, und ist in 80% der Fälle nicht behandelbar. Prof. Heiner Wedemeyer, Leberspezialist an der Medizinischen Hochschule Hannover: „Myrcludex könnte eine Option für diese Patienten werden.“

Über Myrcludex
Myrcludex hemmt den essentiellen HBV-Rezeptor auf der Oberfläche der Leberzellen und verhindert so die Neuinfektion gesunder Zellen und damit die Ausbreitung des Virus in der Leber. Entry Inhibitoren haben bereits einen festen Platz in der Behandlung von viralen Infektionen (Celsentri®, Relenza®). Im Rahmen der chronischen HBV-Infektion werden ständig neue Leberzellen infiziert. Wenn man dies durch einen Entry Inhibitor verhindert, sollte die Anzahl der infizierten Zellen bereits nach einigen Monaten der  Behandlung mit Myrcludex sinken. Somit könnte das Immunsystem des Patienten wieder die Kontrolle über die Infektion übernehmen und die langfristige Behandlung mit Virostatika ausbleiben oder verkürzt werden. Auch HDV nützt den HBV-Rezeptor, um die Zelle zu infizieren; Myrcludex  hat sich in den präklinischen Tests erwartungsgemäß auch gegen HDV als sehr wirksam gezeigt. Die klinische Erprobung soll zunächst in gesunden Probanden beginnen. Bei erfolgreichem Abschluss der Phase I ist in 2012 eine Phase II „Proof-of-Concept“-Studie geplant.

Über die MYR GmbH
Die Firma mit Sitz in Burgwedel wurde im Dezember 2010 gegründet und hält exklusive weltweite Produktrechte an Myrcludex. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 2 Mitarbeiter, die sich auf die Steuerung der Entwicklung von Myrcludex konzentrieren und ein Netzwerk aus akademischen Partnern und Auftragsunternehmen koordinieren. Dr. Alexander Alexandrov, CSO der MYR: „Wir haben eine sehr erfolgreiche Public-Private Partnerschaft, aus der gerade ein chancenreiches, effizientes Biotech-Unternehmen entsteht“.

Über den High-Tech Gründerfonds
Der High-Tech Gründerfonds investiert Risikokapital in junge, chancenreiche Technologie-unternehmen, die innovative Geschäftskonzepte unternehmerisch umsetzen. Mit Hilfe der Seedfinanzierung sollen die Start-Ups ihre Innovation bis zum Prototypen bzw. „Proof of Concept“ oder zur Markteinführung führen. Der High-Tech Gründerfonds beteiligt sich an der Seedfinanzierung mit rund 500.000 Euro. Er unterstützt die High-Tech Unternehmen mit seinen Investmentmanagern und einem ausgewiesenen Netzwerk von Coaches, Investoren und Fachexperten. Im Einzelfall kann der Fonds insgesamt bis zu zwei Millionen Euro pro Unternehmen investieren. Investoren des Public-Private-Partnerships sind das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe sowie die sechs Industriekonzerne BASF, Deutsche Telekom, Siemens, Robert Bosch, Daimler und Carl Zeiss. Der High-Tech Gründerfonds verfügt insgesamt über ein Fondsvolumen von rund 272 Mio. Euro.

Kontakt:
High-Tech Gründerfonds Management GmbH
Dr. Bernd Goergen
Senior Investment Manager
Ludwig-Erhard-Allee 2
53175 Bonn
Tel.: +49 228 82300100
Fax: +49 228 82300050
info@high-tech-gruenderfonds.de
www.high-tech-gruenderfonds.de

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