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title: Dr. Klaus Schäfer steigt operativ bei Cyclize ein 
date: 2026-10-13T08:00:00Z
modified: 2026-10-12T20:31:10Z
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# Rohstoffwende in der Chemie: Ex-Covestro Vorstand Dr. Klaus Schäfer steigt operativ bei Cyclize ein 

Das Stuttgarter DeepTech-Start-up Cyclize stellt die Weichen für die großtechnische Ablösung von fossilem Erdgas in der Chemieproduktion. Dr. Klaus Schäfer, von 2015 bis 2023 Technologievorstand der Covestro AG, ist seit dem 1. Oktober 2026 Chief Industrialization Officer von Cyclize.

Schäfer, der das Unternehmen seit der Seed-Finanzierung 2024 als Investor und Beiratsvorsitzender begleitet, übernimmt damit die direkte Verantwortung für die Integration der Technologie in europäische Chemieparks. Seine Funktion als Beiratsvorsitzender behält er bei.

**Führungsausbau für Skalierung:** Der frühere Covestro-Technologievorstand Dr. Klaus Schäfer übernimmt als Chief Industrialization Officer die Verantwortung für die Großanlagen-Skalierung beim Stuttgarter DeepTech-Unternehmen Cyclize.

**Erdgas-Ersatz als Industrie-Hebel:** Die Plasmatechnologie von Cyclize ersetzt fossiles Erdgas – den zentralen Rohstoff für fast alle chemischen Alltagsprodukte – durch nicht-recyclingfähige Abfälle.

**Kommerzielle Traktion:** Nach erfolgreicher Inbetriebnahme in Schwedt, einer Technologie-Partnerschaft mit Siemens und 20 Industrie-Aufträgen bereitet Cyclize den Bau der ersten kommerziellen Großanlage (FOAK) vor.

**Unabhängigkeit von Erdgas** 

Ob Kunststoffe, Pharmavorprodukte, Textilien oder Automobilkomponenten: Der Großteil der europäischen Industrie basiert auf der chemischen Weiterverarbeitung von Erdgas als zentralem Kohlenstoff-Rohstoff. Hohe Energie- und Rohstoffpreise sowie die geopolitische Unsicherheit bei Importen setzen die Standorte in Europa zunehmend unter Druck.

Cyclize adressiert dieses Kernproblem mit einer industriellen Lösung: Mithilfe einer patentierten Plasmatechnologie wandelt das Unternehmen schwer verwertbare Industrie- und Plastikabfälle in genau die chemischen Grundbausteine um, die bislang teuer aus Erdgas gewonnen werden. Das Verfahren ersetzt fossile Importe direkt am Anfang der Wertschöpfungskette und sichert Chemiekonzernen die notwendige Rohstoff-Resilienz.

Die Umsetzbarkeit im Industrieumfeld ist bereits belegt: Auf dem Gelände der PCK Raffinerie in Schwedt läuft eine containerisierte Plasmaanlage im Dauertestbetrieb. Gemein-sam mit Siemens hat Cyclize zudem ein modulares Energiesystem entwickelt, das Strom aus dem Mittelspannungsnetz in die Plasmareaktoren bringt. Die von Cyclize entwickelten Plasmatreiber erreichen dabei einen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent.



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Gründerteam von Cyclize an der Pilotanlage in Stuttgart (vlnr): Domnik Novakovic (CFO), Maike Lambart (CEO), Jan Stein (COO), Dr. Stephan Renninger (CTO); Urhe-berrechtsangabe: Jens Volle / Cyclize)

**Erprobter Erdgas-Ersatz vor dem Schritt in die Chemieparks** 

Dass die Industrie nach solchen Lösungen sucht, zeigt die kommerzielle Nachfrage im Labor- und Pilotmaßstab: Cyclize hat im Kundenauftrag bereits für 20 unterschiedliche industrielle Abfallströme die Eignung als Rohstoffersatz nachgewiesen. Derzeit laufen die Planungen für den Bau der ersten kommerziellen Großanlage (First-of-a-Kind / FOAK) an einem deutschen Chemiestandort – der zentrale Meilenstein zur Skalierung.

„Die europäische Chemieindustrie steht vor einer historischen Restrukturierung. Wir müssen uns von der Abhängigkeit von importiertem Erdgas emanzipieren, wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen“, erklärt **Dr. Klaus Schäfer, Chief Industrialization Officer von Cyclize**. „Cyclize bietet der Industrie eine marktreife Alternative: Wir nutzen lokale Abfallströme als Rohstoffquelle und sichern so die Zukunftsfähigkeit unserer Chemiestandorte. Ich bringe meine Erfahrung aus 30 Jahren in der Chemischen Industrie ein, um diese Technologie schnell und verlässlich in großtechnische Anlagen zu übersetzen.“

„Der Sprung aus dem Pilotbetrieb in den Chemiepark entscheidet über den kommerziellen Durchbruch eines DeepTech-Start-ups“, betont **Maike Lambarth, Mitgründerin und CEO von Cyclize**. „Klaus Schäfer begleitet unser Unternehmen seit der ersten Finanzierungsrunde, er hat Chemieproduktion verantwortet, einen der größten Chemieparks Deutschlands geführt und weiß, was eine neue Technologie braucht, um dort anzukommen.“ 
 
**Erfolgreiche Finanzierung** 

Die Förderung durch das Programm „exist Forschungstransfer“ legte den Grundstein für die Gründung des Unternehmens in 2023. Dem schloss sich 2024 eine überzeichnete Seed-Runde an, die mit knapp fünf Millionen Euro den Gründenden die Möglichkeit gab, sowohl den Piloten im Technikum Stuttgart zu bauen, als auch ein inzwischen 20-köpfiges Team mit großer technischer Expertise aufzubauen. 
 
Die Seed-Runde wurde angeführt von UVC Partners, begleitet von AURUM IMPACT, High-Tech Gründerfonds (HTGF) und UnternehmerTUM Funding for Innovators. Zusätzlich sind Angel Investoren im Unternehmen investiert.

„Dr. Schäfer hat für einen Weltkonzern international Produktionsstandorte verantwortet und weiß genau, wie eine Chemieanlage aufgesetzt sein muss, damit sie den hohen Anforderungen der Industrie gerecht wird. Dass er sich bei Cyclize operativ engagiert, zeigt das Potential von Cyclize für die Industrie. Die außerordentlich gute Zusammenarbeit im Board weiß ich sehr zu schätzen und freue mich nun über sein operatives Engagement bei Cyclize“, sagt  **Amanda Birkenholz, Partnerin bei UVC Partners**.

UVC Partners ist ein etablierter DeepTech Investor mit über €800M AUM und hat die Seed Runde in Cyclize angeführt.

Stand Oktober 2026 hat Cyclize 19 Millionen Euro an Finanzierungen und Fördermittel eingeworben.



![](https://www.htgf.de/wp-content/uploads/2026/10/Dr-Klaus-Schaefer-copyright-Covestro-1620x1080.jpg)

Dr. Klaus Schäfer (Chief Industrialization Officer); Urheberrechtsangabe: Covestro AG / Dr. Klaus Schäfer

**Über Cyclize**

Cylize, ein Spin-off der Universität Stuttgart, hat eine Technologie entwickelt, um die chemische Industrie zu defossilisieren, indem gemischte Kunststoffabfälle und CO2 als Rohstoffe zur Herstellung von Synthesegas (einem Gasgemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff) genutzt werden. Dieses Synthesegas ist ein grundlegender Baustein für moderne Chemikalien und wird zur Herstellung von Kunststoffen, Methanol, Wasserstoff und E-Kraftstoffen verwendet. Bislang wurde Synthesegas durch die lineare Nutzung fossiler Ressourcen wie Erdgas gewonnen. Das innovative plasma-basierte Verfahren ersetzt Erdgas durch Abfallstoffe, reduziert Abhängigkeiten von fossilen Energieträgern und ermöglicht eine resiliente, zirkuläre Kohlenstoffwirtschaft.