Fusion vom Labor ans Netz: Proxima Fusion stärkt europäische Energieunabhängigkeit
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Seit Jahrzehnten ist die Fusion das ultimative wissenschaftliche Versprechen – saubere, praktisch unbegrenzte Energie, immer nur ein paar Durchbrüche entfernt.
Heute macht dieses Versprechen einen konkreten Schritt in Richtung industrielle Realität: Proxima Fusion hat eine wegweisende Vereinbarung mit RWE, dem Freistaat Bayern und dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik unterzeichnet, um das erste netzgekoppelte kommerzielle Fusionskraftwerk Europas auf Basis fortschrittlicher Stellarator-Technologie zu entwickeln.
Dies ist nicht nur eine weitere Forschungskooperation. Es ist der Beginn einer industriellen Roadmap: Zunächst der Alpha-Demonstrator in Garching, der erstmals einen Netto-Energiegewinn in einem Stellarator erzielen soll, dann Stellaris, ein kommerzielles Kraftwerk, das in Gundremmingen geplant ist und Fusionsstrom direkt ins Netz einspeisen würde. Dies markiert einen historischen Wandel von wissenschaftlicher Exzellenz hin zu Energieinfrastruktur.

Fusion als Souveränitätsprojekt
Hier geht’s zwar um saubere Energie, aber auch um Souveränität. Im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen ist die Fusion nicht auf importierte Ressourcen angewiesen. Anders als bei der Kernspaltung entstehen keine langlebigen radioaktiven Abfälle. Und während andere neue Energietechnologien schnell vorankommen und eine wichtige Rolle bei der Energiewende in Europa spielen werden, sticht die Fusion hervor, weil Europa hier nicht von hinten anfängt. Es bringt jahrzehntelange Forschung auf Weltklasseniveau und wissenschaftliche Tiefe mit. Der Stellarator Wendelstein 7-X der Max-Planck-Gesellschaft, eines der fortschrittlichsten Fusionsversuche der Welt, hat die wissenschaftlichen Grundlagen geschaffen. Was bisher gefehlt hat, ist nicht die Physik, sondern die industrielle Umsetzung in Start-up-Geschwindigkeit.

„Dieses MoU ist ein Meilenstein, der die europäische Fusionsindustrie sichtbar auf der globalen Bühne positioniert.“, sagt Francesco Sciortino, Mitbegründer und CEO von Proxima Fusion. „Es markiert den Startpunkt eines industriellen Ökosystems, das bestehendes und neues Know-how in Europa bündelt und Wertschöpfung hier verankert. Damit beginnt ein langfristiger industrieller Wachstumspfad über die kommenden Jahrzehnte, der neue Exportchancen für Deutschland und Europa eröffnet.“
Alpha und Stellaris sollen Tausende von Arbeitsplätzen schaffen und Lieferketten in den Bereichen fortschrittliche Fertigung, supraleitende Magnete, Leistungselektronik und komplexe Anlagentechnik aktivieren. Zum ersten Mal werden die europäischen Fusionskapazitäten in einem konkreten Ingenieurprojekt für den kommerziellen Einsatz gebündelt.
Vom Spin-off zur industriellen Produktion
Die Entwicklung von Proxima zeigt, wie europäische Deep Tech aussehen kann, wenn langfristiges Kapital auf wissenschaftliche Exzellenz trifft.
Der HTGF hat das Unternehmen von Anfang an als Spin-off des Max-Planck-Instituts unterstützt. DTCF stieg in der Startphase ein und spielte eine wichtige Rolle bei der Strukturierung der Rekordfinanzierung der Serie A im Jahr 2025, indem es Wachstumskapital in dem Moment bereitstellte, als die Ambitionen eine Beschleunigung erforderten.
„Wenn wir in Deutschland neue Industrien aufbauen und nachhaltiges Wachstum sichern wollen, müssen wir groß denken und Schlüsseltechnologien mit Überzeugung finanzieren“, sagt Johannes Weber, Principal beim HTGF. „Die Fusion hat das Potenzial, das Energiesystem Europas grundlegend zu verändern. Dieser Meilenstein zeigt, wie Forschung in echte Wertschöpfung umgesetzt werden kann.“


Dr. Torsten Löffler, Investment Director bei DTCF, fügt hinzu: „Die Fusion ist eines der ehrgeizigsten technologischen Vorhaben unserer Zeit – und eine der größten Chancen für die industrielle Zukunft Europas. Der heutige Meilenstein zeigt, wie Proxima den Schritt von der Forschung zum Aufbau einer echten Energieindustrie vollzieht.“
Europa baut wieder
Die Vereinbarung schafft einen Rahmen, der öffentliches und privates Kapital zusammenbringt, um die Fusion von der Laborphysik zur industriellen Realität zu machen. Bayern hat eine umfangreiche staatliche Kofinanzierung signalisiert, vorbehaltlich der Bundesfinanzierung, während Proxima und seine Partner privates Kapital und industrielles Know-how mobilisieren.
Es ist noch früh. Die Fusion bleibt technisch anspruchsvoll und kapitalintensiv. Aber zum ersten Mal forscht Europa nicht nur an der Fusion, sondern bereitet sich auch auf ihren Bau vor.
Dieser Schritt wird durch einen klar definierten öffentlich-privaten Finanzierungsansatz unterstützt. Proxima Fusion beabsichtigt, rund 20 Prozent der Gesamtkosten des Projekts über private, internationale Investoren zu finanzieren. Auch RWE signalisiert im Rahmen des MoU die Bereitschaft zu einer finanziellen Beteiligung. Vorbehaltlich einer Förderung durch den Bund stellt der Freistaat Bayern eine mögliche landesseitige Kofinanzierung von 20 Prozent in Aussicht. Darüber hinaus bündeln alle vier Partner ihre Anstrengungen, um maximale Erfolgsaussichten bei der Einwerbung von Bundesmitteln im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland zu erzielen.
Proxima Fusion ist ein starkes Beispiel dafür, wie Europa wieder große strategische Technologien angehen kann, um neue Wertschöpfungsketten, neue Kompetenzen und einen glaubwürdigen Weg zu langfristiger Energiesouveränität aufzubauen.
Wir gratulieren Francesco und dem gesamten Proxima-Team zu diesem Meilenstein und sind stolz darauf, sie als langfristige Investoren weiterhin auf ihrem Weg zu unterstützen.
Pressemitteilung
Official Statement from Proxima Fusion (External Link)
Official Press Release (English; PDF)
Official Press Release (German; PDF)

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Tobias Jacob
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