Fraunhofer Spin-off schließt industrielle Automatisierungslücke – Cellios gewinnt Fraunhofer Gründerpreis 2025

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Das Fraunhofer Spin-off Cellios GmbH gewinnt den mit 50.000 Euro dotierten Fraunhofer Gründerpreis 2025. Die Ausgründung des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA überzeugte die Jury mit einer Robotik-Lösung, die eine entscheidende Automatisierungslücke für die Industrie 4.0 schließt.

Mit einer innovativen Anwendung zur vollautomatisierten Konfektion von Kabeln für Industriebetriebe gewinnt die Fraunhofer-Ausgründung Cellios GmbH, Stuttgart, den renommierten Fraunhofer-Gründerpreis 2025. Die Kraftregelungssoftware von Cellios befähigt Roboter, Kabel fast so feinfühlig wie menschliche Hände zu stecken und zu verlegen und setzt damit neue Standards für die industrielle Kabelkonfektionierung. Die Lösung von Cellios adressiert damit gleich mehrere Probleme der heimischen Industrie wie fehlende Fachkräfte, hohes Lohnniveau, oder die Volatilität von Lieferketten bei der Verlagerung der Kabelkonfiguration in Niedriglohnländer. Die »intelligent Robotic Assembly Cell« (intRAC) von Cellios ist eine schlüsselfertige Gesamtlösung aus Software und Hardware in einer hochautomatisierten Zelle. Ihr Anwendungsspektrum reicht von anspruchsvollen Konfektionen für hochspezifische Anwendungen bis zur Montage komplexer Kabelbäume, beispielweise für große Produktionsanlagen in der Automobilindustrie.

Im Rahmen der Fraunhofer Gründerpreis-Verleihung 2025: Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (Präsident und Vorstandsvorsitzender der Fraunhofer Gesellschaft), Arik Lämmle (CEO Cellios) und Dr. Nils Lang (Senior Investment Manager beim HTGF). © Fraunhofer/Markus Jürgens

Robotik als Zukunftschance für die Industrie

Die Cellios-Lösung wird modular an die Gegebenheiten in den Betrieben angepasst und ist sofort einsetzbar. Vorhandene Maschinen für die Kabelbearbeitung werden dabei auf Wunsch integriert. Industrieunternehmen können durch das schnelle Verlegen und Stecken der Kabel vor Ort signifikante Einsparpotenziale für sich erschließen: Die Konfektionierung per Hand macht in klassischen Verfahren rund 75 % der Gesamtkosten aus und zwang viele Betriebe in der Vergangenheit zur

Verlagerung dieses Verfahrens ins Ausland. Cellios-Roboterzellen verändern die wirtschaftlichen Parameter für die Unternehmen. Mit ihnen lässt sich ein Automatisierungsgrad von über 90 % erreichen. Sie können in der Regel mit dem vorhandenen Personal am Standort Deutschland zu wettbewerbsfähigen Preisen eingesetzt werden. Die Anschaffungskosten amortisieren sich je nach Modul bereits nach zwei bis drei Jahren.

Im Rahmen der Fraunhofer Gründerpreis-Verleihung 2025: Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka (Präsident und Vorstandsvorsitzender der Fraunhofer Gesellschaft), Arik Lämmle (CEO Cellios) und Dr. Nils Lang (HTGF). © Fraunhofer/Markus Jürgens

Technologietransfer als Standortvorteil

Für die hochkarätig besetzte Gründerpreis-Jury würdigte Thomas Doppelberger, Leiter Fraunhofer Venture, besonders die Signalwirkung für den Industriestandort Deutschland: »Cellios steht exemplarisch für das, was wir mit Technologietransfer erreichen wollen: Spitzenforschung, die konkrete industrielle Probleme löst und dem Mittelstand mit Innovationen Vorteile im globalen Wettbewerb verschafft. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und fragilen Lieferketten zeigt diese Fraunhofer-Ausgründung, wie Automatisierung ‚Made in Germany‘ Wertschöpfung im Land halten und zugleich neue Wachstumsperspektiven eröffnen kann.«

Arik Lämmle, CEO und Co-Gründer von Cellios erklärt dazu: »Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung und sind stolz auf das, was wir als Team erreicht haben. Unser besonderer Dank gilt dem Startup Inkubator Fraunhofer IPA und insbesondere Prof. Thomas Bauernhansl für die Motivation, das Vertrauen und die kontinuierliche Unterstützung auf unserem Weg aus der Forschung in den Markt. Ebenso danken wir dem Team von Fraunhofer Venture, dass uns in allen Phasen der Gründung strategisch begleitet und beraten hat. Die Beteiligung von Fraunhofer an Cellios ist eine echte Win-Win-Lösung – sie stärkt uns als junges High-Tech-Unternehmen nachhaltig.«

Dr. Nils Lang, Senior Investment Manager des High-Tech Gründerfonds, würdigte bei der Preisübergabe die besonderen Rahmenbedingungen: »Als Innovationstreiber eröffnet Fraunhofer exzellenten Technologien den Weg in den Markt. Gründerinnen und Gründer aus der Fraunhofer-Gesellschaft profitieren dabei von starken Start- und Finanzierungsvoraussetzungen, zu denen der HTGF mit Kapital, Erfahrung und Netzwerk gezielt beiträgt.«


Über Fraunhofer
Die Fraunhofer-Gesellschaft mit Sitz in Deutschland ist die weltweit führende Organisation für anwendungsorientierte Forschung. Mit ihrer Fokussierung auf zukunftsrelevante

Schlüsseltechnologien sowie auf die Verwertung der Ergebnisse in Wirtschaft und Industrie spielt sie eine zentrale Rolle im Innovationsprozess. Als Wegweiser und Impulsgeber für innovative Entwicklungen und wissenschaftliche Exzellenz wirkt sie mit an der Gestaltung unserer Gesellschaft und unserer Zukunft. Die 1949 gegründete Organisation betreibt in Deutschland derzeit 75 Institute und Forschungseinrichtungen mit knapp 32 000 Mitarbeitende, überwiegend mit natur- oder ingenieurwissenschaftlicher Ausbildung. Das jährliche Finanzvolumen der Fraunhofer-Gesellschaft beträgt 3,6 Mrd. €. Davon entfallen 3,1 Mrd. € auf das zentrale Geschäftsmodell von Fraunhofer, die Vertragsforschung.

Über den HTGF – High-Tech Gründerfonds
Der HTGF ist einer der führenden und aktivsten Frühphaseninvestoren in Deutschland und Europa, der Startups in den Bereichen Deep Tech, Industrial Tech, Climate Tech, Digital Tech, Life Sciences und Chemie finanziert. Mit seinem erfahrenen Investmentteam unterstützt der HTGF Startups in allen Phasen ihrer Entwicklung hin zu internationalen Marktführern. Der HTGF investiert in der Pre-Seed- und Seed-Phase und kann sich in weiteren Finanzierungsrunden signifikant beteiligen. Seit seiner Gründung im Jahr 2005 hat er rund 800 Startups finanziert und 200 erfolgreiche Exits realisiert. Der HTGF hat über 2 Mrd. Euro Fondsvolumen. Zu den Fondsinvestoren der Public-Private-Partnership zählen das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, die KfW Capital sowie 45 Unternehmen und Family Offices.

Weitere Informationen unter HTGF.de oder auf LinkedIn.

Über Fraunhofer Venture
Fraunhofer Venture ist das zentrale Ausgründungs- und Beteiligungsmanagement der Fraunhofer-Gesellschaft und bietet durch ein umfangreiches Unterstützungsprogramm Gründern, Start-ups, Industrie und Kapitalgebern Zugang zu den Spitzentechnologien der 75 Fraunhofer-Institute, der Fraunhofer-Infrastruktur und Fraunhofer-Know-how mit über 7 600 Patentfamilien. Das Leistungsspektrum von Fraunhofer Venture umfasst die komplette Betreuung und Beratung von der Idee bis zur Unternehmensgründung, dem aktiven Beteiligungsmanagement von Fraunhofer-Beteiligungen, der Unterstützung bei der Finanzierungssuche bis hin zu einem etwaigen Verkauf der Gesellschaft.

Der Fraunhofer-Gründerpreis
Der Fraunhofer-Gründerpreis entstand im Rahmen der neuen Ausgründungs- und Beteiligungsstrategie der Fraunhofer-Gesellschaft und wurde 2016 zum ersten Mal verliehen. Er zeichnet ein am Markt aktives und erfolgreiches Spin-off aus, dessen Produkte und Dienstleistungen einen unmittelbaren gesellschaftlichen Nutzen aufweisen. Mit der Auszeichnung wollen Fraunhofer Venture und der High-Tech Gründerfonds herausragende Gründungsprojekte honorieren und Ausgründungsvorhaben innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft weiter fördern.

Pressekontakt: alisa.scheiter@zv.fraunhoferventure.de

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